Reden und Beiträge des Botschafters

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Grusswort des Botschafters der Russischen Föderation in der Schweiz, Herrn Sergei Garmonin, am „Suworow-Denkmal“ in Schöllenen (24. September 2018)

Sehr geehrter Herr Divisionär Caduff,

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde,

 

Wir sind heute an diesem berühmten Denkmal versammelt, um den Soldaten zu gedenken, die am Alpenfeldzug der russischen Armee unter dem Kommando vom großen russischen Feldherren Alexander Suworow teilnahmen. Nächstes Jahr begehen wir den 220. Jahrestag von diesem Ereignis, welches tiefe Spuren in der Geschichte Russlands und der Schweiz hinterließ. Die Zeit vergeht, aber das Andenken an die beispiellose Tapferkeit, Hingabe für den Dienst sowie an die Ehre der russischen Soldaten bleibt zeitlos.

Das Los eines Soldaten ist nicht einfach – es ist untrennbar verbunden mit der ständigen tödlichen Gefahr und fern vom zuhause ist dieses Los noch doppelt so schwer zu ertragen.  Die russischen Soldaten hatten nicht nur alle ihnen zuteil gewordenen Strapazen bestanden, sondern meisterten diese mit Würde und Ehre, zeigten aber auch Großmut gegen den Feind.

Viele Militärhistoriker bezeichnen den Schweizer Feldzug von Suworow als einen „Wunder“.  Was war also diese treibende Kraft, die dem russischen Heer allen tödlichen Gefahren zum Trotz ermöglichte, das größte Beispiel für Tapferkeit,  Unzerbrechlichkeit des Geistes und unendliche Selbstlosigkeit zu bekunden? Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass diese Kraft Glauben war und zwar  Glauben an den Feldherren, Glauben daran, dass unsere Sache gerecht ist und daran, dass Gott mit uns ist. Der russische Soldat setzte seinen Fuß in die Schweiz im Jahr 1799 nicht um sie zu erobern und zu unterwerfen, sondern um sie zu befreien von Eroberern.

Wenn man sich die einzelnen Aspekten dieses Feldzuges veranschaulicht, wird es klar, unter welchen Umständen dieser stattfand und man begreift, dass hinter diesem „Wunder“ neben der Militärgenie von Suworow, der eiserne Wille eines Feldherren und der grenzenlose Glaube an seine Soldaten stehen. Die Soldaten, denen das bewusst war, antworteten ihm mit hingebungsvollem Dienst und taten dabei das Unmögliche.

Heute lässt es sich kaum vorstellen, dass durch den Ort, an dem wir jetzt stehen und den die Natur selbst als schwer passierbar schuf, vor genau 219 Jahren (am 25. September 1799) sich die russische Armee kämpfend die französischen Truppen drängte und vorwärts marschierte. Nachdem sie über den Chinzigpass ins Muotatal hinab gelangte, war sie umzingelt, aber konnte dennoch dem Feind eine Niederlage zufügen. Nach Einschätzungen von Historikern, betrugen die Verluste von Franzosen bei diesem Gefecht fast das Gleiche wie die Verluste der Suworow’s Armee am gesamten Alpenfeldzug (ca. 5000). Mehr noch, nur mit Glück entging der französische Befehlshaber Andre Massena, der den stolzen Beinamen trug, „das liebe Kind des Sieges“, die Gefangenschaft. Bemerkenswerterweise soll er, nachdem er später vom Suworows Tod in St.Petersburg erfuhr, gesagt haben „ich würde alle meinen Siege für einen Schweizerfeldzug von Suworow hergeben“.

Wir sind der Schweizerischen Eidgenossenschaft für den sorgfältigen Umgang mit dem Andenken an russische Soldaten und ihren herausragenden Feldherren Suworow sehr dankbar. Als Paradebeispiel dafür gilt die Geschichte des Denkmals, an dem wir grade versammelt sind. Es wurde auf einem Grundstück        errichtet, das 1893 unentgeltlich in den Besitz des Russischen Reiches nach Entscheid des Gemeinderates übergeben wurde. Und so gibt es heute im Herzen der Schweizer Alpen ein Stück Russland, das an die beispiellose Tapferkeit und Selbstlosigkeit der russischen Soldaten erinnert.

Das Erbe von Alexander Suworow lebt weiter und ist nach wie vor gefragt. Er bleibt ein Vorbild und geistiger Führer für die jungen Suworow-Kadeten- Zöglinge der Militärschulen, die seinen Namen tragen. Nach guter Tradition nehmen die Kadeten der Moskauer Militärmusikschule an unserer heutigen Zeremonie teil.

Die Reise der jungen Musiker aus Russland in die Schweiz und die Durchführung der Suworow Tage wurden erneut möglich Dank der effektiven Zusammenarbeit der Verteidigungsministerien unserer Länder. Meine Worte der Dankbarkeit gelten dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport und sowie den traditionellen Organisatoren dieser wunderbaren Veranstaltung – der Stiftung „Alexander Suworow Kadetten“ und seinem Vorsitzenden Ferdinand Muheim, dem Honorar Generalkonsulat der Russischen Föderation in der Schweiz in Lausanne und persönlich dem Honorar Generalkonsul Frederik Paulsen sowie allen, die mit Wort und Tat diese Veranstaltung unterstützten.

Wir danken allen, die heute mit uns den grossen russischen Feldherren und seine Soldaten gedenkt.

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3006 Bern

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